Das Glück der Erkennenden mehrt die Schönheit der Welt und macht Alles, was da ist, sonniger; die Erkenntnis legt ihre Schönheit nicht nur um die Dinge, sondern, auf die Dauer, in die Dinge; – möge die zukünftige Menschheit für diesen Satz ihr Zeugnis abgeben! Inzwischen gedenken wir einer alten Erfahrung: zwei so grundverschiedene Menschen, wie Plato und Aristoteles, kamen in dem überein, was das höchste Glück ausmache, nicht nur für sie oder für Menschen, sondern an sich, selbst für Götter der letzten Seligkeiten: sie fanden es im Erkennen, in der Tätigkeit eines wohlgeübten findenden und erfindenden Verstandes (nicht etwa in der „Intuition“, wie die deutschen Halb- und Ganztheologen, nicht in der Vision, wie die Mystiker, und ebenfalls nicht im Schaffen, wie alle Praktiker).“ – Nietzsche

Den letzteren der beiden alten Griechen, also dem Aristoteles, wollen wir Panzertiere heute etwas ehren und tun das natürlich mit Auszügen aus seinen Schriften. Alles andere wäre ja auch reichlich unsinnig. Im Städtchen Stageira erblickte der Aristoteles 384 das Licht der Welt. Es zog ihn jedoch nach Athen, wo er ein Schüler Platons wurde. Das blieb er aber nicht und gründete seine eigene Philosophenschule. König Philipp II. von Makedonien stellte ihn als Lehrer für seinen Sohn Alexander den Großen an. Bücher über die Metaphysik, Dichtkunst, Sittenlehre, Redekunst, Logik, Staatskunst und verschiedene Naturwissenschaften gibt es vom Aristoteles zu lesen und diese machen sich zumindest gut in eurer Panzerbücherei. Daß der Unterricht, den Aristoteles Alexander dem Großen erteilt hat, nicht ganz folgenlos geblieben ist, deutet diese Stelle in der Staatskunst an: https://archive.org/details/aristotelouspoli02arisuoft

Die Völker der kalten Regionen nämlich und jene in Europa sind von tapferem Charakter, stehen aber an Intelligenz und Kunstfertigkeit zurück; also sind sie vorzugsweise frei, aber ohne staatliche Organisationen, und ohne über die Nachbarn herrschen zu können. Die Völker Asiens dagegen sind intelligent und künstlerisch begabt, aber kraftlos, und leben darum als Untertanen und Knechte. Das griechische Volk wohnt gewissermaßen in der Mitte zwischen beiden und hat darum an beiden Charakteren Anteil. Denn es ist energisch und intelligent. So ist es frei, hat die beste Staatsverfassung und die Fähigkeit, über alle zu herrschen, wenn es einen einzigen Staat bilden würde. Denselben Unterschied sehen wir auch bei den griechischen Stämmen untereinander. Die einen haben eine einseitige Natur, die andern haben die verschiedenen Fähigkeiten aufs beste vereint. Offensichtlich also müssen jene, die der Gesetzgeber leicht zur Tugend soll führen können, ihrer Natur nach sowohl intelligent wie auch tapfer sein. Wenn einige nämlich sagen, die Wächter müßten zu den Bekannten freundlich, zu Unbekannten aber böse sein, so ist eben der Mut, der diese Freundlichkeit erzeugt. Ein Beweis: Wer sich verachtet glaubt, erhebt sich im Zorne heftiger gegen Bekannte und Freunde als gegen Unbekannte. Darum beklagt sich auch Archilochos mit Recht über seine Freunde, wenn er zu seiner Seele spricht: „Die Freunde sind es, die dich erbittert haben.“ Aber auch die Fähigkeit, zu herrschen und frei zu sein, haben alle auf Grund dieser Eigenschaft. Denn der Mut ist herrschend und unbeugsam. Doch ist es nicht richtig zu sagen, solche seien den Unbekannten gegenüber böse. Denn gegen niemanden soll man so sein, und auch die von Natur großgesinnten sind nicht bösartig, außer gegen solche, die Unrecht tun. Doch dann sind sie es den Bekannten gegenüber erst recht, wie wir sagten, dann nämlich, wenn sie sich ungerecht behandelt halten. Dies ist auch sinngemäß. Denn dort, wo sie meinen, daß man ihnen Wohltaten schulde, glauben sie, daß sie nicht nur den Schaden haben, sondern auch um jene betrogen werden. Darum heißt es: „Kämpfe unter Brüdern sind schlimm“, und: „Wer über das Maß geliebt hat, haßt auch über das Maß.“ So ist denn ungefähr gezeigt, wie groß die Zahl der Bürger sein soll, welches ihre Natur, und wie groß und welcher Art das Land zu sein hat (denn man darf bei Dingen, die sich in der Wirklichkeit abspielen, nicht dieselbe Genauigkeit verlangen wie bei solchen, die der Theorie angehören).“

Alexanders Vater Philipp hatte nämlich die Griechen – auf Bismarcksche Art und Weise – mit Blut und Eisen geeinigt und sein Sohn machte sich, nach seiner Thronbesteigung, umgehend an die Welteroberung. Da dürfen Iron Maiden mit „Alexander the Great“ mal wieder nicht fehlen (mag es den Metallmusikfeinden nun gefallen oder nicht)… https://www.youtube.com/watch?v=id5WJmCaTG4

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Heute feiern wir Deutschen den Geburtstag unseres Wüstenfuchses Erwin Rommel! Der hat nämlich 1891 in Heidenheim im Schwabenland das Licht der Welt erblickt. Schon im Vierjährigen Krieg zeichnete sich unsrer Rommel derart aus, daß er den blauen Verdienstorden Friedrichs des Großen verliehen bekam (und zwar 1917 für die Eroberung des Berges Matajur in Italien). Im Sechsjährigen Krieg führte er 1940 in Gallien unsere berühmte VII. Panzerdivision mit großem Geschick und Erfolg. Daraufhin wurde er 1941 nach Afrika entsandt, wo er mit wenigen Truppen und den schwer angeschlagenen Italienern das ganze englische Weltreich in Schach. Dazu sehen wir uns nun den Bericht unserer deutschen Wochenschau über die Kampfe unseres Wüstenfuchses bei El Alamein gegen seinen großen Panzerfeind, das alte Scheißhaus Monty, an: https://www.youtube.com/watch?v=7Z56N0L0nRM Unser Wüstenfuchs Rommel gehörte übrigens zu den Greifvogelfreunden und hat sein legendäres Befehlsfahrzeug in Nordafrika Greif genannt und bekommt von mir dafür zum Geburtstag auch das ein oder andere Greifvogelbild. Das Panzerlied ist auch ein Muß bei der Geburtstagsfeier für unseren Rommel: https://www.youtube.com/watch?v=S1P94Mc8d_E

„Ob’s stürmt oder schneit,

Ob die Sonne uns lacht,

Der Tag glühend heiß

Oder eiskalt die Nacht.

Bestaubt sind die Gesichter,

Doch froh ist unser Sinn,

Ist unser Sinn;

Es braust unser Panzer

Im Sturmwind dahin.

Mit donnernden Motoren,

Geschwind wie der Blitz,

Dem Feinde entgegen,

Im Panzer geschützt.

Voraus den Kameraden,

Im Kampf stehen wir allein,

Stehen wir allein,

So stoßen wir tief

In die feindlichen Reihn.

Wenn vor uns ein feindliches

Heer dann erscheint,

Wird Vollgas gegeben

Und ran an den Feind!

Was gilt denn unser Leben

Für unsres Reiches Heer?

Ja Reiches Heer?

Für Deutschland zu sterben

Ist uns höchste Ehr.

Mit Sperren und Minen

Hält der Gegner uns auf,

Wir lachen darüber

Und fahren nicht drauf.

Und drohen vor uns Geschütze,

Versteckt im gelben Sand,

Im gelben Sand,

Wir suchen uns Wege,

Die keiner sonst fand.

Und läßt uns im Stich

Einst das treulose Glück,

Und kehren wir nicht mehr

Zur Heimat zurück,

Trifft uns die Todeskugel,

Ruft uns das Schicksal ab,

Ja Schicksal ab,

Dann wird uns der Panzer

Ein ehernes Grab.“

Dazu stürzen wir uns mit unserem Rommel in die Panzerschlacht im Wüstensand:

„Bei meiner Rückkehr traf ich auf meinen Gefechtsstand den italienischen Befehlshaber, General Gariboldi an, der über den Verlauf der bisherigen Kampfhandlungen wenig erfreut war und mir heftige Vorwürfe machte. Er betonte, daß diese Operationen im Widerspruch zu den Weisungen aus Rom stünden. Ferner sei die Versorgungslage der deutsch-italienischen Truppe keineswegs so gesichert, daß man ein derartiges Unternehmen und die daraus entspringenden Folgen verantworten könne. Er verlangte, daß ich die Operation einstelle. Weitere Bewegungen sollten nur mit seiner ausdrücklichen Genehmigung erfolgen. Ich wollte mir von Anfang an möglichst große operative und taktische Freiheit erkämpfen und dachte im übrigen gar nicht daran, die sich bietende günstige Gelegenheit ungenutzt verstreichen zu lassen. Es kam so zu einer ziemlich heftigen Auseinandersetzung, bei der ich mit aller Deutlichkeit meinen Standpunkt darlegte. General Gariboldi wollte zunächst die Genehmigung der römischen Befehlsstellen einholen, doch darüber konnten Tage vergehen. Ich ließ mich nicht darauf ein und sagte, daß ich weiterhin das tun werde, was ich in der gegebenen Situation für richtig halten müsse. Nun war die Auseinandersetzung auf ihrem Höhepunkt angelangt. Wie ein rettender Engel flatterte ein Funkspruch des Oberkommandos der Wehrmacht in meinem Gefechtsstand, in dem mir völlige Handlungsfreiheit gegeben wurde, und die sehr erregte Auseinandersetzung fand einen Abschluß, der durchaus in meinem Sinne lag. In der Nacht vom 3. zum 4. April fuhr Freiherr von Wechmar mit seiner Abteilung unter großem Jubel der Bevölkerung in Bengasi ein. Die Briten hatten alle Vorräte in Brand gesteckt. Am frühen Morgen begann eine Kampfgruppe der Brescia in Regimentsstärke den Marsch auf Bengasi, um dort die Aufklärungsabteilung III für weitere Operationen freizumachen. Die V. leichte Division sollte in ihrer Masse über Ben-Ganina vorrücken. Die Ariete bekam den Befehl, auf der gleichen Strecke bis Bir-Tengeder vorzustoßen, dort nach Norden abzubiegen und el Mechili zu nehmen. Schnelligkeit der Operationen war nun alles. Wir wollten auf jeden Fall noch Teile der britischen Streitkräfte stellen, bevor sich diese völlig aus der Cyrenaica zurückgezogen hatten. Nachdem ich ah Nachmittag des 4. April mit dem Chef des Stabes und Aldinger in Bengasi gewesen war und die durch eine Panzerkompanie verstärkte Aufklärungsabteilung über Regima-Cherruba auf Mechili angesetzt hatte, flog ich am Nachmittag über Ben-Ganina in Richtung Tengeder. Auf der Piste wälzten sich meine Kolonnen nach Osten, große Staubwolken aufwirbelnd. Die Vorausabteilung glaubte ich 20 Kilometer ostwärts von Ganina zu erkennen. Am Abend dieses Tages sah es beim Gegner etwa folgendermaßen aus: Kleine Gruppen des Feindes befanden sich ostwärts von Ben-Ganina, während andere britische Kräfte Msus besetzt hielten. Die Aufklärungsabteilung war in den Abendstunden bei Regima auf einen schwächeren Gegner gestoßen und hatte ihn zurückgeworfen. Die Masse der Briten flutete zurück, sie räumten die Cyrenaica. Am nächsten Morgen um vier Uhr alarmierte ich die Kampfstaffel des Deutschen Afrikakorps und setzte sie in Marsch auf Ben-Ganina. Ich hatte die Absicht, so bald es die Lage erlaubte, selbst zur Vorausabteilung zu stoßen, dort die Führung zu übernehmen und den Vormarsch auf Tmimi oder Mechili persönlich zu leiten. Gegen 12 Uhr befahl ich Oberst Olbrich, mit einer starken Panzerkampfgruppe, die das Panzerregiment V und 40 italienische Panzer umfaßte, sofort über Magrun – Solluch auf Msus vorzustoßen, den dort befindlichen Gegner vernichtend zu treffen und anschließend ebenfalls Mechili zu erreichen. Am Nachmittag setzte ich mich in eine Ju und flog gegen 14 Uhr nach Ben-Ganina. Die Luftwaffe meldete mir nach meiner Landung, daß im Raum Mechili und südlich davon keine Briten mehr zu sehen seien. Darauf bekam die Abteilung Schwerin folgenden Befehl: „Mechili feindfrei, abdrehen dorthin, schnellste Fahrt, Rommel“. Auch die übrigen Vorausabteilungen wurden auf Mechili abgedreht. Ich selbst flog zusammen mit Aldinger an die Spitze, um diese persönlich anzusetzen. Gegen Abend kehrten wir zurück, um auch die V. leichte Division zu suchen, die wir bald in flotter Fahrt nach Nordosten entdeckten. Um mir ein Bild von den Schwierigkeiten des Vormarsches zu machen, schickte ich den Storch zurück und fuhr auf der Piste im „Mammut“ nach Ben Ganina. Nach zweieinhalb Stunden. völlig mit Staub bedeckt, erreichten wir den Flugplatz. Bald erschien Oberleutnant Schulz, der vom Erkundungsflug zurückgekehrt war, und berichtete, daß Mechili und Umgebung nunmehr durch starke britische Verbände belegt sei. Major Heymer war beauftragt worden, mit zwei Maschinen zu starten und die Pisten ostwärts el Mechili zu verminen. Er war noch nicht zurückgekehrt. Mein Ic, Hauptmann Graf Baudissin, war an diesem Tage in einer He 111 abgeschossen und vom Gegner gefangen genommen worden.“

Ein großer Vogelfreund und Dichter wurde heute (1203) urkundlich erwähnt! Nämlich unser Walter von der Vogelweide, der verfügt hat, daß unsere gefiederten Freunde täglich an seinem Grab gefüttert werden sollten, zum Dank für die Anregung bei seinen Minnegesängen. So sehr liebte unser Walter seine Vogelfreunde, daß er sogar im kalten Winter mit ihnen dichterisch unter Schnee und Kälte gelitten hat:

„Die Welt man bunt und prangend sah,

Grün Wald und Anger fern und nah,

Die kleinen Vöglein sangen da,

Jetzt ruft die Nebelkräh ihr Krah!

Verfärbte sich die Welt etwa?

Grau ist sie allenthalben ja –

Viel Naserümpfens drob geschah.

Ich saß auf grünem Berg im Klee,

In bunten Blumen schritt das Reh;

Nun zwischen mir und diesem See

Ging alle Augenlust Ade!

Wo wir uns Kränze wanden eh,

Da liegt nun Reif und tiefer Schnee,

Der tut den armen Vögeln weh.

Die Toren lachen laut: Hihi!

Die Armen, ach, wie winseln sie,

Und tun mir leid, weiß keiner wie!

Drei bittre Sorgen hab ich, die

Der harte Winter mir verlieh;

Doch drückten sie mich nun und nie,

Wenn erst ein Frühlingsvogel schrie!

Eh ich noch länger lebte so,

Aß ich die Krebse lieber roh!

O Sommer, mach uns wieder froh.

Du ziertest Busch und Au, allwo

Beim Blumenspiel mein Kummer floh:

In Lust entbrannt ich lichterloh,

Da trieb der Winter mich ins Stroh!

Mit Esau lag ich trag in Ruh,

Mein glattes Haar ward rauh im Nu;

Ach Sommerlust, wo weilest du?

Ich säh so gern dem Feldbau zu,

Und eh ich länger so vom Schuh

Mich drücken ließ, wie jetzt ichs tu,

Eh würd ich Mönch in Toberlu!“

Auch ich wünsche unserem alten deutschen Kaiser Heinrich IV. alles Liebe und Gute zu seinem heutigen Geburtstag! In der mönchischen Geschichtsschreibung mag er als Tunichtgut und Streithahn verschrien sein, aber schon Nietzsche sagte, daß die Kirche es mit der Wahrheit noch nie so genau genommen hat. Daher feiern wir den Geburtstag unseres Kaisers, als gute und getreue Untertanen. Im Jahre 1050 wurde er geboren und herrschte von 1056 bis 1105. Anfangs führte freilich seine Mutter Agnes von Poitou die Staatsgeschäfte für ihn. Sein Vater war unser Kaiser Heinrich III. aus dem Hause der Salier. Ich lese nun ein wenig weiter in den Jahrbüchern Lamperts von Hersfeld weiter. Die Ungarn wurden zur Zeit der Vormundschaftsregierung unseres Kaiser Heinrichs unruhig und so mußte ein Heer dorthin geschickt werden. Den schlimmen Ausgang dieser Sendung müßt ihr aber selber lesen:

„MLX feierte der König das Weihnachtsfest zu Worms, wo auch eine Synode ausgeschrieben war. Aber da sich die Bischöfe mit der Krankheit und Pest, welche damals heftig in Gallien wütete, entschuldigten, so kam sie nicht zu Stande. Sizzo, Bischof von Verden, starb. Ihm folgte Richbert. Gebhard, Bischof von Regensburg, starb; ihm folgte Otto. Konrad, Bischof von Speyer, starb; ihm folgte Einhard.

MLXI sandte Andreas, der König der Ungern, als er sah, daß Bela, einer seiner Verwandten, nach der Regierung trachtete, und die Ungern allmählich von ihm zu diesem abfielen, seine Gemahlin und seinen Sohn Salomo, dem der Kaiser seine Tochter, da beide noch Kinder waren, verlobt hatte, mit vielen Schätzen hinüber zu dem König Heinrich, bittend, daß er ihm sowohl durch Absendung eines Heeres zu Hilfe kommen, als auch die Seinigen, bis die Ruhe im Staate wiederhergestellt würde, bei sich behalten möchte. Der König schickte den Markgrafen der Thüringer, Wilhelm, und den Bischof Poppo von Zeitz mit dem Herzog der Böhmen und dem bajuwarischen Heere dorthin; aber der Markgraf und Bischof, welche zuerst in Ungern einrückten, lieferten dem Bela ein Treffen, ohne den Herzog der Böhmen zu erwarten, und erlegten eine unzählige Menge der Ungern. Als hierauf von allen Seiten die Ungern, um den ihrigen Hilfe zu leisten, zahlreich zusammengeströmt waren, sahen die Heerführer des Königs, daß sie einer so großen Menge an Zahl und Kräften nicht gewachsen wären und wollten das Gebiet der Feinde verlassen. Aber diese hatten alle Orte, durch welche der Rückzug stattfinden konnte, verlegt und auch dafür gesorgt, daß keine Speise oder Trank auf dem Wege zu finden war. Und da sie überdies die Unsern auf ihrem Rückzuge durch häufige Angriffe beunruhigten, so wehrten diese zwar stets die Gefahr mit starker Hand von sich ab und richteten großes Blutvergießen unter den Feinden an; zuletzt aber wurden doch durch den langen Kampf ihre Kräfte erschöpft; Andreas, durch einen Unfall vom Pferde abgeworfen, wurde von den Füßen der Streitenden zertreten, der Bischof gefangen; der Markgraf aber, mehr durch Hunger als durchs Schwert bezwungen, ergab sich, und seine Tapferkeit erregte bei den Barbaren so große Bewunderung, daß Joas, Belas Sohn, ein für die damaligen Sitten dieses Volkes nicht so ganz übel gearteter Jüngling, aus eigenem Antriebe sich von dem Vater erbat, ihn nicht nur nach Kriegsrecht unberührt zu lassen, sondern ihn auch durch Verwandtschaft mit sich zu verbinden, indem er seine Tochter, die Schwester des Joas, mit ihm verlobte. Die Kaiserin gab das Herzogtum der Bajuwaren, welches sie nach dem Tode Konrads, ihres Sohnes, bis auf diese Zeit selbst verwaltet hatte, dem Otto, weil sie erkannte, daß er ein tüchtiger Mann sei, und wohl geeignet, die Geschäfte des Reiches zu fördern. Heinrich, Pfalzgraf der Lothringer, tötete seine Gemahlin mit eigener Hand, und so wurde endlich die Anfechtung des Teufels unzweifelhafter kund, welche er lange verheimlicht hatte, und er wurde in das Kloster Epternach geschickt, wo er durch langwierige Plage verzehrt, zuletzt gestorben ist.“

Unser Schiller hat heute Geburtstag! Im schwäbischen Marbach erblickte er 1759 das Licht der Welt. Da er aber Feldscher beim württembergischen Herzog werden sollte, nahm er reiß aus und landete schließlich am Hof des Herzogs von Weimar, wo er im Verbund mit Goethe und den anderen Geistesgrößen der Weimarer Klassik wirkte. Mit seinen Werken wollen wir Panzertiere unseren Dichter feiern. Schillers Gedicht „Der Kampf mit dem Drachen“ hat es mir angetan, schließlich haben wir in Mittelerde auch immer wieder mal Ärger mit diesem fliegenden Ungeziefer…

„Was rennt das Volk, was wälzt sich dort

Die langen Gassen brausend fort?

Stürzt Rhodus unter Feuers Flammen?

Es rottet sich im Sturm zusammen,

Und einen Ritter, hoch zu Roß,

Gewahr ich aus dem Menschentroß,

Und hinter ihm, welch Abenteuer!

Bringt man geschleppt ein Ungeheuer,

Ein Drache scheint es von Gestalt,

Mit weitem Krokodilesrachen,

Und alles blickt verwundert bald

Den Ritter an und bald den Drachen.

Und tausend Stimmen werden laut:

»Das ist der Lindwurm, kommt und schaut!

Der Hirt und Herden uns verschlungen,

Das ist der Held, der ihn bezwungen!

Viel andre zogen vor ihm aus,

Zu wagen den gewaltgen Strauß,

Doch keinen sah man wiederkehren,

Den kühnen Ritter soll man ehren!«

Und nach dem Kloster geht der Zug,

Wo Sankt Johanns des Täufers Orden,

Die Ritter des Spitals, im Flug

Zu Rate sind versammelt worden.

Und vor den edeln Meister tritt

Der Jüngling mit bescheidnem Schritt,

Nachdrängt das Volk, mit wildem Rufen,

Erfüllend des Geländers Stufen.

Und jener nimmt das Wort und spricht:

»Ich hab erfüllt die Ritterpflicht,

Der Drache, der das Land verödet,

Er liegt von meiner Hand getötet,

Frei ist dem Wanderer der Weg,

Der Hirte treibe ins Gefilde,

Froh walle auf dem Felsensteg

Der Pilger zu dem Gnadenbilde.«

Doch strenge blickt der Fürst ihn an

Und spricht: »Du hast als Held getan,

Der Mut ists, der den Ritter ehret,

Du hast den kühnen Geist bewähret.

Doch sprich! Was ist die erste Pflicht

Des Ritters, der für Christum ficht,

Sich schmücket mit des Kreuzes Zeichen?«

Und alle ringsherum erbleichen.

Doch er, mit edelm Anstand, spricht,

Indem er sich errötend neiget:

»Gehorsam ist die erste Pflicht,

Die ihn des Schmuckes würdig zeiget.«

»Und diese Pflicht, mein Sohn«, versetzt

Der Meister, »hast du frech verletzt,

Den Kampf, den das Gesetz versaget,

Hast du mit frevlem Mut gewaget!« –

»Herr, richte, wenn du alles weißt«,

Spricht jener mit gesetztem Geist,

»Denn des Gesetzes Sinn und Willen

Vermeint ich treulich zu erfüllen,

Nicht unbedachtsam zog ich hin,

Das Ungeheuer zu bekriegen,

Durch List und kluggewandten Sinn

Versucht ichs, in dem Kampf zu siegen.

Fünf unsers Ordens waren schon,

Die Zierden der Religion,

Des kühnen Mutes Opfer worden,

Da wehrtest du den Kampf dem Orden.

Doch an dem Herzen nagte mir

Der Unmut und die Streitbegier,

Ja selbst im Traum der stillen Nächte

Fand ich mich keuchend im Gefechte,

Und wenn der Morgen dämmernd kam

Und Kunde gab von neuen Plagen,

Da faßte mich ein wilder Gram,

Und ich beschloß, es frisch zu wagen.

Und zu mir selber sprach ich dann:

Was schmückt den Jüngling, ehrt den Mann,

Was leisteten die tapfern Helden,

Von denen uns die Lieder melden?

Die zu der Götter Glanz und Ruhm

Erhub das blinde Heidentum?

Sie reinigten von Ungeheuern

Die Welt in kühnen Abenteuern,

Begegneten im Kampf dem Leun

Und rangen mit dem Minotauren,

Die armen Opfer zu befrein,

Und ließen sich das Blut nicht dauren.

Ist nur der Sarazen es wert,

Daß ihn bekämpft des Christen Schwert?

Bekriegt er nur die falschen Götter?

Gesandt ist er der Welt zum Retter,

Von jeder Not und jedem Harm

Befreien muß sein starker Arm,

Doch seinen Mut muß Weisheit leiten,

Und List muß mit der Stärke streiten.

So sprach ich oft und zog allein,

Des Raubtiers Fährte zu erkunden,

Da flößte mir der Geist es ein,

Froh rief ich aus: Ich habs gefunden!

Und trat zu dir und sprach dies Wort:

›Mich zieht es nach der Heimat fort.‹

Du, Herr, willfahrtest meinen Bitten,

Und glücklich war das Meer durchschnitten.

Kaum stieg ich aus am heimschen Strand,

Gleich ließ ich durch des Künstlers Hand,

Getreu den wohlbemerkten Zügen,

Ein Drachenbild zusammenfügen.

Auf kurzen Füßen wird die Last

Des langen Leibes aufgetürmet,

Ein schuppigt Panzerhemd umfaßt

Den Rücken, den es furchtbar schirmet.

Lang strecket sich der Hals hervor,

Und gräßlich wie ein Höllentor,

Als schnappt‘ es gierig nach der Beute,

Eröffnet sich des Rachens Weite,

Und aus dem schwarzen Schlunde dräun

Der Zähne stacheligte Reihn,

Die Zunge gleicht des Schwertes Spitze,

Die kleinen Augen sprühen Blitze,

In einer Schlange endigt sich

Des Rückens ungeheure Länge,

Rollt um sich selber fürchterlich,

Daß es um Mann und Roß sich schlänge.

Und alles bild ich nach genau

Und kleid es in ein scheußlich Grau,

Halb Wurm erschiens, halb Molch und Drache,

Gezeuget in der giftgen Lache.

Und als das Bild vollendet war,

Erwähl ich mir ein Doggenpaar,

Gewaltig, schnell, von flinken Läufen,

Gewohnt, den wilden Ur zu greifen.

Die hetz ich auf den Lindwurm an,

Erhitze sie zu wildem Grimme,

Zu fassen ihn mit scharfem Zahn,

Und lenke sie mit meiner Stimme.

Und wo des Bauches weiches Vlies

Den scharfen Bissen Blöße ließ,

Da reiz ich sie, den Wurm zu packen,

Die spitzen Zähne einzuhacken.

Ich selbst, bewaffnet mit Geschoß,

Besteige mein arabisch Roß,

Von adeliger Zucht entstammet,

Und als ich seinen Zorn entflammet,

Rasch auf den Drachen spreng ichs los

Und stachl es mit den scharfen Sporen

Und werfe zielend mein Geschoß,

Als wollt ich die Gestalt durchbohren.

Ob auch das Roß sich grauend bäumt

Und knirscht und in den Zügel schäumt,

Und meine Doggen ängstlich stöhnen,

Nicht rast ich, bis sie sich gewöhnen.

So üb ichs aus mit Emsigkeit,

Bis dreimal sich der Mond erneut,

Und als sie jedes recht begriffen,

Führ ich sie her auf schnellen Schiffen.

Der dritte Morgen ist es nun,

Daß mirs gelungen, hier zu landen,

Den Gliedern gönnt ich kaum zu ruhn,

Bis ich das große Werk bestanden.

Denn heiß erregte mir das Herz

Des Landes frisch erneuter Schmerz,

Zerissen fand man jüngst die Hirten,

Die nach dem Sumpfe sich verirrten,

Und ich beschließe rasch die Tat,

Nur von dem Herzen nehm ich Rat.

Flugs unterricht ich meine Knappen,

Besteige den versuchten Rappen,

Und von dem edeln Doggenpaar

Begleitet, auf geheimen Wegen,

Wo meiner Tat kein Zeuge war,

Reit ich dem Feinde frisch entgegen.

Das Kirchlein kennst du, Herr, das hoch

Auf eines Felsenberges Joch,

Der weit die Insel überschauet,

Des Meisters kühner Geist erbauet.

Verächtlich scheint es, arm und klein,

Doch ein Mirakel schließt es ein,

Die Mutter mit dem Jesusknaben,

Den die drei Könige begaben.

Auf dreimal dreißig Stufen steigt

Der Pilgrim nach der steilen Höhe,

Doch hat er schwindelnd sie erreicht,

Erquickt ihn seines Heilands Nähe.

Tief in den Fels, auf dem es hängt,

Ist eine Grotte eingesprengt,

Vom Tau des nahen Moors befeuchtet,

Wohin des Himmels Strahl nicht leuchtet,

Hier hausete der Wurm und lag,

Den Raub erspähend, Nacht und Tag.

So hielt er wie der Höllendrache

Am Fuß des Gotteshauses Wache,

Und kam der Pilgrim hergewallt

Und lenkte in die Unglücksstraße,

Hervorbrach aus dem Hinterhalt

Der Feind und trug ihn fort zum Fraße.

Den Felsen stieg ich jetzt hinan,

Eh ich den schweren Strauß begann,

Hin kniet ich vor dem Christuskinde

Und reinigte mein Herz von Sünde,

Drauf gürt ich mir im Heiligtum

Den blanken Schmuck der Waffen um,

Bewehre mit dem Spieß die Rechte,

Und nieder steig ich zum Gefechte.

Zurücke bleibt der Knappen Troß,

Ich gebe scheidend die Befehle

Und schwinge mich behend aufs Roß,

Und Gott empfehl ich meine Seele.

Kaum seh ich mich im ebnen Plan,

Flugs schlagen meine Doggen an,

Und bang beginnt das Roß zu keuchen

Und bäumet sich und will nicht weichen,

Denn nahe liegt, zum Knäul geballt,

Des Feindes scheußliche Gestalt

Und sonnet sich auf warmem Grunde.

Auf jagen ihn die flinken Hunde,

Doch wenden sie sich pfeilgeschwind,

Als es den Rachen gähnend teilet

Und von sich haucht den giftgen Wind

Und winselnd wie der Schakal heulet.

Doch schnell erfrisch ich ihren Mut,

Sie fassen ihren Feind mit Wut,

Indem ich nach des Tieres Lende

Aus starker Faust den Speer versende,

Doch machtlos wie ein dünner Stab

Prallt er vom Schuppenpanzer ab,

Und eh ich meinen Wurf erneuet,

Da bäumet sich mein Roß und scheuet

An seinem Basiliskenblick

Und seines Atems giftgen Wehen,

Und mit Entsetzen springts zurück,

Und jetzo wars um mich geschehen –

Da schwing ich mich behend vom Roß,

Schnell ist des Schwertes Schneide bloß,

Doch alle Streiche sind verloren,

Den Felsenharnisch zu durchbohren,

Und wütend mit des Schweifes Kraft

Hat es zur Erde mich gerafft,

Schon seh ich seinen Rachen gähnen,

Es haut nach mir mit grimmen Zähnen,

Als meine Hunde wutentbrannt

An seinen Bauch mit grimmgen Bissen

Sich warfen, daß es heulend stand,

Von ungeheurem Schmerz zerrissen.

Und eh es ihren Bissen sich

Entwindet, rasch erheb ich mich,

Erspähe mir des Feindes Blöße

Und stoße tief ihm ins Gekröse

Nachbohrend bis ans Heft den Stahl,

Schwarzquellend springt des Blutes Strahl,

Hin sinkt es und begräbt im Falle

Mich mit des Leibes Riesenballe,

Daß schnell die Sinne mir vergehn.

Und als ich neugestärkt erwache,

Seh ich die Knappen um mich stehn,

Und tot im Blute liegt der Drache.« –

Des Beifalls lang gehemmte Lust

Befreit jetzt aller Hörer Brust,

Sowie der Ritter dies gesprochen,

Und zehnfach am Gewölb gebrochen

Wälzt der vermischten Stimmen Schall

Sich brausend fort im Widerhall,

Laut fodern selbst des Ordens Söhne,

Daß man die Heldenstirne kröne,

Und dankbar im Triumphgepräng

Will ihn das Volk dem Volke zeigen,

Da faltet seine Stirne streng

Der Meister und gebietet Schweigen.

Und spricht: »Den Drachen, der dies Land

Verheert, schlugst du mit tapfrer Hand,

Ein Gott bist du dem Volke worden,

Ein Feind kommst du zurück dem Orden,

Und einen schlimmern Wurm gebar

Dein Herz, als dieser Drache war.

Die Schlange, die das Herz vergiftet,

Die Zwietracht und Verderben stiftet,

Das ist der widerspenstge Geist,

Der gegen Zucht sich frech empöret,

Der Ordnung heilig Band zerreißt,

Denn der ists, der die Welt zerstöret.

Mut zeiget auch der Mameluck,

Gehorsam ist des Christen Schmuck;

Denn wo der Herr in seiner Größe

Gewandelt hat in Knechtes Blöße,

Da stifteten, auf heilgem Grund,

Die Väter dieses Ordens Bund,

Der Pflichten schwerste zu erfüllen:

Zu bändigen den eignen Willen!

Dich hat der eitle Ruhm bewegt,

Drum wende dich aus meinen Blicken,

Denn wer des Herren Joch nicht trägt,

Darf sich mit seinem Kreuz nicht schmücken.«

Da bricht die Menge tobend aus,

Gewaltger Sturm bewegt das Haus,

Um Gnade flehen alle Brüder,

Doch schweigend blickt der Jüngling nieder,

Still legt er von sich das Gewand

Und küßt des Meisters strenge Hand

Und geht. Der folgt ihm mit dem Blicke,

Dann ruft er liebend ihn zurücke

Und spricht: »Umarme mich, mein Sohn!

Dir ist der härtre Kampf gelungen.

Nimm dieses Kreuz: es ist der Lohn

Der Demut, die sich selbst bezwungen.«“

Die Doppelschlacht von Wjasma und Brjansk – deren Jahrestag wir heute feiern – ist mal wieder ein Meisterstück unserer Panzerhelden um unseren Panzerheinz Guderian gewesen, wenn auch formell unser Feldmarschall Fedor von Bock den Oberbefehl in der Schlacht geführt hat. Es wurden rund 80 russische Divisionen eingekesselt und aufgerieben. Dabei wurden 650,000 Gefangene gemacht sowie 1200 feindliche Panzer und 5400 Geschütze ausgeschaltet oder erbeutet. Eine mustergültige Panzerschlacht. Ich will daher die berühmten Panzerlehren unseres Generalobersts Guderian ein wenig vorstellen. Bevor ihr eure Feinde einkesseln und aufreiben könnt, müßt ihr oftmals zuerst einmal deren Verteidigungslinien durchbrechen und wie ihr das mit euren Panzerkampfwagen am Besten macht, lesen wir nun im Buch „Achtung Panzer!“ nach: https://archive.org/details/GuderianHeinzAchtungPanzer1937

„Wir wollen uns nun von den Tatsachen ab- und der Theorie zuwenden. Wir wollen versuchen, uns ein Bild der Zusammensetzung und Fechtweise neuzeitlicher Panzerverbände zu malen, jedoch ohne dabei den Boden des technisch Möglichen zu verlassen, und wir wollen alsdann untersuchen, wie sich diese uns wünschenswert erscheinende Panzerwaffe in den Rahmen des Gesamtheeres einfügen läßt, wie sie mit den andern Waffen zusammenwirken soll. Wir stellen unserer gedachten Panzerwaffe die Aufgabe, durch zusammengefaßten, überraschenden Einsatz an der von der Führung beabsichtigten, der Verwendung von Panzern günstiger Stelle einer feindlichen Verteidigungsfront mit feldmäßigem Ausbau die Entscheidung im Kampf herbeizuführen. Wir wählen den Durchbruch durch eine Stellung und nicht den Bewegungskampf, die Umfassung oder die Verfolgung, weil der Durchbruch wohl die schwerste Aufgabe ist, die einer Waffe gestellt werden kann. Es sei unbekannt, ob der Gegner Minenfelder eingerichtet hat, dagegen sicher, daß seine Abwehrwaffen auf Entfernungen unter 600 Meter die eigenen Panzer bei einem Auftreffwinkel der Geschosse von mehr als 60 Grad durchschlagen, sicher ferner, daß er über annähernd gleichwertige Panzer verfügt. Der Angreifer steht nun vor der Frage, welches Angriffsverfahren er einschlagen soll. Er wird zunächst überlegen, welcher Gegner ihm am unangenehmsten ist, welche Feindwaffen andererseits ihm verhältnismäßig wenig anhaben können. Hat der Feind tatsächlich Minen vor seiner Front, so können sie den Panzern starke Verluste zufügen; das ist also ein sehr unangenehmer Gegner, der zunächst ermittelt und wenigstens teilweise beseitigt werden muß, bevor der eigentliche Panzerangriff in die feindliche Infanteriekampfzone einbrechen kam. Das Feststellen und Räumen der Minen und das Fahrbarmachen sonstiger Hindernisse ist Aufgabe der Pioniere. Sie müssen unter dem Schutz der Dunkelheit oder des Nebels, unter dem Feuerschutz durch Artillerie und Maschinengewehre oder schließlich unter Panzer an die Hindernisse herangebracht werden und Gassen herstellen, durch welche die Panzer hindurchkönnen. Im Ausland hat man schon seit langem Versuche mit Minensuchpanzern und mit Brückenlegepanzern angestellt und gewisse Erfolge erzielt. Die Durchbruchsschlacht wird also voraussichtlich in der ersten Welle des Angriffs Panzerpioniere sehen, die darin ausgebildet sein müssen, bei Dunkelheit und Nebel Minen und sonstige Hindernisse zu suchen und unschädlich zu machen und die für diese Aufgabe auch mit geeigneten Fahrzeugen und mit Gerät ausgestattet sein müssen. Nächst den Minen ist mit Panzerabwehrwaffen zu rechnen. Sie werden auf die ganze Tiefe der Verteidigungszone verteilt sein und im Infanteriekampfraum jedenfalls feuerbereit in Stellung stehen, weiter rückwärts mindestens teilweise beweglich bereitgehalten werden. Wir nahmen an, daß die Abwehrwaffen bei genügend großem Auftreffwinkel der Geschosse auf Entfernungen unter 600 Meter die Panzerung ihrer Gegner zu durchschlagen vermögen. Der Angreifer muß also danach streben, sich ihrem Feuer zu entziehen; er kann es sich nicht leisten, vor ihren Rohren Ziele von untergeordneter Bedeutung zu bekämpfen, ohne sie vernichtet oder ohne für ihre Lähmung oder Blendung durch andere Waffen gesorgt zu haben. Die Vernichtung der Abwehrwaffen durch die Panzer erfordert direkt gerichtetes Feuer aus dem Halten hinter einer Deckung oder den Schwarmangriff; die Lähmung kann durch Artillerie- oder Maschinengewehrfeuer, die Blendung durch Nebel herbeigeführt werden. Während die Lähmung oder Blendung sich auf Abwehrwaffen außerhalb des eigentlichen Kampfraumes der Panzer erstrecken wird, zum Beispiel auf auszusparende Wälder, Ortschaften und auf panzersichere Örtlichkeiten, muß im Kampfraum der Panzer die Vernichtung der Abwehr sichergestellt werden, wenn der Angriff mit Aussicht auf Erfolg zum Durchbruch ausgestaltet werden soll. Hierzu ist die frühe Morgendämmerung und leichter Nebel am vorteilhaftesten, weil dann die Abwehrwaffen ihre Schußweiten nicht ausnutzen können und ihrerseits durch das Auftreten der Panzer in nächster Nähe in eine sehr schwierige Lage gebracht werden. Da die rückwärtigen Panzerabwehreinheiten mit Beginn des Angriffs alarmiert und in Stellung gebracht werden, wird es darauf ankommen, rasch mit starken Kräften in die Tiefe der Verteidigungszone zu gelangen, um diese Einheiten im Auffahren zu fassen und zu vernichten. Andernfalls finden sich die Angreifer bei Hellwerden dicht hinter der vorderen Kampfzone überraschend einer neuen Abwehrfront gegenüber, die nur unter Verlusten und Zeitaufwand durchstoßen werden kann, zumal wenn sie außerhalb der Reichweite oder der Beobachtungsmöglichkeiten der eigenen Artillerie steht. Gleichzeitig mit dem Kampf gegen die Panzerabwehr in der Tiefe der Verteidigungszone muß der Kampf gegen die feindlichen Batterien geführt werden, die sich aus ihren Feuerstellungen an der Abwehr beteiligen.“

Unsere Luftwaffe war auch fleißig mit am Werke und so darf das Stukalied bei unserer kleinen Siegesfeier nicht fehlen: https://www.youtube.com/watch?v=9nooV1XZfC4

„Viel schwarze Vögel ziehen

Hoch über Land und Meer,

Und wo sie erscheinen, da fliehen

Die Feinde vor ihnen her.

Sie lassen jäh sich fallen

Vom Himmel tiefbodenwärts.

Sie schlagen die ehernen Krallen

Dem Gegner mitten ins Herz.

Wir sind die schwarzen Husaren der Luft,

Die Stukas, die Stukas, die Stukas.

Immer bereit, wenn der Einsatz uns ruft,

Die Stukas, die Stukas, die Stukas.

Wir stürzen vom Himmel und schlagen zu.

Wir fürchten die Hölle nicht und geben nicht Ruh,

Bis endlich der Feind am Boden liegt,

Bis England, bis England, bis Engeland besiegt –

Die Stukas, die Stukas, die Stukas!

Wenn tausend Blitze flammen,

Wenn rings sie Gefahr bedroht,

Sie halten stets eisern zusammen,

Kameraden auf Leben und Tod!

Wenn Beute sie erspähen,

Dann wehe ihr allemal,

Nichts kann ihren Augen entgehen,

Den Stukas, Adlern gleich aus Stahl!

Wir sind die schwarzen Husaren der Luft,

Die Stukas, die Stukas, die Stukas.

Immer bereit, wenn der Einsatz uns ruft,

Die Stukas, die Stukas, die Stukas.

Wir stürzen vom Himmel und schlagen zu.

Wir fürchten die Hölle nicht und geben nicht Ruh,

Bis endlich der Feind am Boden liegt,

Bis England, bis England, bis Engeland besiegt –

Die Stukas, die Stukas, die Stukas!

Tod säen sie und Verderben

Rings über des Feindes Land.

Die Spuren sind Trümmer und Scherben

Und lodernder Himmelsbrand.

Es geht schon in allen Landen

Ihr Name von Mund zu Mund.

Sie schlagen die Werke zuschanden,

Die Schiffe schicken sie auf Grund.

Wir sind die schwarzen Husaren der Luft,

Die Stukas, die Stukas, die Stukas.

Immer bereit, wenn der Einsatz uns ruft,

Die Stukas, die Stukas, die Stukas.

Wir stürzen vom Himmel und schlagen zu.

Wir fürchten die Hölle nicht und geben nicht Ruh,

Bis endlich der Feind am Boden liegt,

Bis England, bis England, bis Engeland besiegt –

Die Stukas, die Stukas, die Stukas!“

Für Freunde der klassizistischen Malerei ist heute ein Freudentag. Denn unsere Angelika Kauffmann hat heute Geburtstag. Deren Werke kann man geradezu die Verkörperung des Klassizismus nennen. Womit natürlich die Anlehnung an die Kunst der alten Griechen und Römer gemeint ist. Geboren wurde unsere Angelika Kauffmann 1741 in Chur. Bei ihrem Vater erlernte sie die Malerei und ihre Reisen führten sie nach England und Italien. In der ewigen Stadt Rom fand sie schließlich ihre Heimstatt. Dort besuchte sie auch unser Dichterfürst Goethe und manches andere hohe Tier.

Die Allerseelenschlacht nahm 1944 ihren Anfang und sollte eine weitere Niederlage der Amerikaner im Hürtgenwald werden. Unserem Feldmarschall Walter Model gelang es dort die Amerikaner fünf Monate lang aufzuhalten, obwohl er nur 50,000 Mann des letzten Aufgebotes zur Verfügung hatten und die Amerikaner mit 120,000 Kriegsknechten und reichlich Luft- und Artillerieunterstützung angriffen. Verloren haben die Amerikaner insgesamt 80,000 Mann, wogegen wir Deutschen 13,000 Gefallene und 15,000 Verwundete hatten. Die Waldkämpfe erinnerten stark an den Vierjährigen Krieg (Argonnerwald). Ich kann mich mal wieder nicht beherrschen und suche mir Paschendale“ von Iron Maiden für unsere kleine Siegesfeier aus: https://www.youtube.com/watch?v=Mx3UPfzGeN4 – Für die Metallmusikfeinde gibt es das das Fallschirmjägerlied „Rot scheint die Sonne“ (weil unsere III. Fallschirmjägerdivision auch im Hürtgenwald mitgekämpft hat): https://www.youtube.com/watch?v=ru68N2BzI9g

Rot scheint die Sonne, fertig gemacht

Wer weiß ob sie morgen für uns auch noch lacht.

Werft an die Motoren, schiebt Vollgas hinein,

Startet los, flieget ab, heute geht es zum Feind.

An die Maschinen, an die Maschinen,

Kamerad, da gibt es kein zurück.

Fern im Osten stehen dunkle Wolken

Komm‘ mit und zage nicht, komm‘ mit.

Donnern Motoren, Gedanken allein,

Denkt jeder noch schnell an die Lieben daheim.

Dann kommt Kameraden, zum Sprung das Signal,

Wir fliegen zum Feind, zünden dort das Fanal.

Schnell wird gelandet, schnell wird gelandet,

Kamerad, da gibt es kein Zurück.

Hoch am Himmel stehen dunkle Wolken,

Komm mit und zage nicht, komm mit.

Klein unser Häuflein, wild unser Blut,

Wir fürchten den Feind nicht und auch nicht den Tod,

Wir wissen nur eines, wenn Deutschland in Not,

Zu kämpfen, zu siegen, zu sterben den Tod.

An die Gewehre, an die Gewehre.

Kamerad, da gibt es kein Zurück,

Fern im Westen stehen dunkle Wolken.

Komm mit und zage nicht, komm mit!“

Bei unserem Geschichtsschreiber Max von Falkenberg treten unsere Panzergrenadiere nun zum Gegenstoß an (leider ohne Panzerunterstützung):

8.30 Uhr. Pfiff. Es lief wie am Schnürchen, wie früher eine Geländeübung unter den Augen kritischer Vorgesetzter. In den entscheidenden Sekunden kein unvorhergesehener Zwischenall. Aber der Feuerschlag, etwa zwei Minuten, war fürchterlich. Meine Uniform müßte doch schon zerfetzt sein. Plötzlich war ich mir nicht mehr sicher, ob meine Leute nach diesem Schock noch einmal aufspringen oder entnervt liegenbleiben würden. Aber dann dieses befreiende Brüllen und Schießen. Wir waren im Graben. Kein bedrohlicher Widerstand, einige noch im Schlafsack. Raus die Kerle, aufrecht auf die Wiese gestellt, alle hatten keinen Platz im Graben. Bis dahin hatte wir keine Verluste, nicht einmal einen Verwundeten. Doch: Mein „Freund“ Gefreiter Sp., war mit seinem Kameraden, einem Neuzugang, nicht mit herausgetreten. Beide wurden in ihrem Loch durch die aufeinander liegenden und in Bewegungen geratenen Baumstämme schwer verletzt und fast verschüttet. Einige von uns brüllten jetzt noch im Graben „Hurra“, während ich einen Augenblick unkonzentriert war. Statt die Gefangenen auf der Wiese stehen zu lassen und einen Mann beizuordnen, schickte ich sie in den Wald zurück. Zu viele meiner Leute gingen als „Begleiter“ mit und sie sollten mir nachher fehlen. – Ich schätze, ich hatte für den weiteren Angriffsverlauf keine 50 Soldaten mehr. In Derichsweiler zog ich mit 80 los. Am z.weiten Tage schickte ich, heimlich und auf meine Verantwortung 10 bis 12 zurück, zusammen mit zwei verdienten und tüchtigen Unteroffizieren. Sie sollten sich aufmöbeln und bereithalten und auf Abruf bereitstehen. Wo es möglich war, habe ich das so bis Kriegsende praktiziert. Ich sah stets ein großes Handicap darin, nach den Einsätzen keinen Stamm zu haben, der mir beim Eingliedern der Ersatzzugänge behilflich war. Schließlich mußte sich der bewunderungswürdige Geist in der Siebenten fortsetzen und durfte nicht abreißen. Ich hatte auch immer ein bis zwei „Melder“ beim Regimentsstab sitzen, manchmal auch bei der Division, im ständigen Wechsel. Nur diesmal nutzten mir meine „Beobachter“ beim Regiment nichts. Der Regimentsstab lag bei der Napoleons-Eiche, zu weit weg. Wir hielten uns keine fünf Minuten auf und gingen weit auseinandergezogen zügig auf Vossenack zu. Während die V. und VI. Kompanie unter Führung von Oberleutnant Löffler immer noch die ersten Häuser unter Beschuß hielt, rührte sich seitens des Feindes zunächst nichts. Auf halbem Wege tauchte auf der Höhe seitlich Vossenack (nördlich) ein Panzer auf, der in schneller Fahrt auf uns zurollte. Glücklicherweise konnten wir in ein großes quadratisches Loch springen, die Seiten ringsum mit Feldsteinen befestigt. Vielleicht stand hier in früheren Jahren einmal eine kleine Feldscheune oder anderes. Das Gros meiner Leute war also zunächst einmal geschützt und ich beobachtete, daß er keine Kanone hatte und daß es sich um eine merkwürdige Miniaturausgabe handelte. Immerhin, wir besaßen nur zwei Panzerfäuste. Als er nahe genug heran war, setzten wir ihm eine davon fünf Meter vor die Wanne. Wir trafen ihn nicht, aber er drehte sofort ab. Vielleicht war dieses Spielzeug nur so etwas wie ein fahrbarer Gefechtsstand. Wahrscheinlich wollte sich ein Einheitsführer nur vergewissern, daß hier tatsächlich deutsche Soldaten auf dem Wege nach Vossenack waren. Später tauchte noch ein größer Panzer oben auf der Höhe neben dem Dorf auf, aber da waren wir fast an den Häusern. Er kam nicht und schoß nicht.“

Nicht nur Schlachten und Heldengeburtstage müssen gefeiert werden, sondern auch Kunst, Wissenschaft und Kultur zu ihrem Recht kommen. Das liebe Kriegswesen wäre ja unsinnig, wenn es diese schönen und hohen Dinge nicht beschützen würde und zum Glück ist unser deutsches Vaterland an diesen Dingen sehr reich. Daher können wir heute den Geburtstag eines unserer alten deutschen Dichter feiern. Unser Hans Sachs, Meistersänger aus Nürnberg, wurde nämlich 1494 geboren. Und da die lieben Greifvögel allesamt mir gehören, suche ich mir sein Gedicht vom edlen Falken aus (- wenn darin der Falke auch sehr unsachgemäß gehandhabt wird, Falken sind nämlich zum Jagen und nicht zum Essen da):

„In centonovella ich lase,

wie zu Florenz vor zeiten sase

ein jung edelman, weit erkant,

Fridrich Alberigo genant,

der in herzlicher liebe brennet

gen einem edlen weib, genennet

Giovanna, an gut ser reiche,

an eren stet und gar lobleiche.

der edelman stach und turniert,

zu lieb der frauen lang hofiert;

sie aber veracht all sein liebe,

an irem herren treulich bliebe.

Gar reichlich Friderich ausgab,

bis er verschwendet große hab;

entlich verpfent er all sein gute,

zug auf ein sitz und in armute,

nichts dan ein edlen falken het,

mit dem er teglich baißen tet

und nert sich aus eim kleinen garten,

des er auch tet mit arbeit warten.

Ir her der starb, und sich begabe:

der frauen sun, ein junger knabe,

wart schwerlich krank bis in den tot;

sprach: »muter, ich bit dich durch got,

hilf, das Friderichs falk mir werde,

so nimt ein ent all mein beschwerde.«

Die muter tröst in, den zu bringen,

kam zu her Fridrich in den dingen.

der freuet sich irer zukunft,

entpfieng sie mit hoher vernunft.

zum frümal tet sie sich selb laden.

fro war Friderich irer gnaden;

Het doch weder wilpret noch fisch,

darmit er speiset seinen tisch;

armut und unglück tet in walken.

er würgt sein edlen lieben falken,

briet den und in zu tische trug,

zerleget in höflich und klug;

in mit der edlen frauen aße,

die doch selbs nit west, was es wase.

Nach dem mal sprach die frau mit sitten:

»durch euer lieb wil ich euch bitten

um euren edlen falken gut,

nach dem mein sun sich senen tut

totkrank, wo ir im den tut geben,

errettet ir sein junges leben.«

Her Fridrich war mit angst beseßen:

»den falken«, sprach er, »han wir geßen;

die allerliebst mein liebstes aß.«

die frau sich des verwundern was.

er zeiget ir des falken gfider.

schieden sich beide traurig wider.

Nach drei tagen ir sune starb.

her Fridrich um die frauen warb;

sie erkennet sein lieb und treue,

het seiner armut kein abscheue,

weil er war tugenthaft und frum.

zu eim gemahel sie in num.

drum ift nit alle lieb verloren;

lieb hat oft lieb durch lieb geboren.“

Ich hätte mir da ja den Falken geschnappt und ein paar Tauben, Hasen oder Kaninchen erjagt und dann aufgetischt…

Friedrich der Große hat 1757 die Gallier bei Roßbach geschlagen. Die Gallier hatten 50,000 Kriegsknechte aufgeboten, denen Friedrich der Große nur 25,000 Mann entgegenstellen konnte. Dennoch gelang es ihm die Gallier in die Flucht zu schlagen und diesen einen Verlust von 10,000 Mann, 22 Feldzeichen und 63 Kanonen zuzufügen. Das muß natürlich mit unserem Panzergetränk Met gefeiert werden. Dazu suche ich mir das alte Heldenlied „Fridericus Rex“ aus, da trinken und singen sozusagen eins sind: https://www.youtube.com/watch?v=8uIPG-UrANM Unser deutscher Barde Johann Wilhelm Ludwig Gleim hat übrigens ein Siegeslied auf die Schlacht von Roßbach gedichtet, dessen Anfang ich zur Feier des Tages vortrage: http://www.zeno.org/Literatur/M/Gleim,+Johann+Wilhelm+Ludwig/Gedichte/Preu%C3%9Fische+Kriegslieder/Siegeslied+nach+der+Schlacht+bei+Ro%C3%9Fbach

„Erschalle, hohes Siegeslied,

Erschalle weit umher!

Daß dich der Feind, wohin er flieht,

Vernehme hinter her.

Den, welcher unsern Untergang

In bösem Herzen trug,

Den schlage, mutiger Gesang,

Wie Friederich ihn schlug!

So wie ein junger Löwe liegt,

Und laurt auf seinen Feind,

Der stolz ist, in Gedanken siegt,

Ihn leicht zu zwingen meint;

So, tapfre Brüder! lagen wir,

Wir kleiner Hauf im Tal.

Der Abend kam, da schliefen wir,

Nach langem Marsch einmal!

Vom Pulverdonner eingewiegt,

Und von der Waffen Last

Ermüdet, schliefen wir vergnügt,

Und hatten gute Rast.

Nur Friedrich, welcher immer wacht,

Nur unser Held durchritt,

Voll Anstalt zu der nahen Schlacht,

Die Felder, Schritt vor Schritt.

Vom Sternenvollen Himmel sahn

Schwerin und Winterfeld,

Bewundernd den gemachten Plan,

Gedankenvoll den Held!

Gott aber wog bei Sternenklang

Der beiden Heere Krieg,

Er wog, und Preußens Schale sank,

Und Österreichs Schale stieg.

Der Neid, der neben Thronen sitzt

Im ungetreuen Wien,

Knirscht mit den Zähnen, Rache blitzt

Aus Augen, welche glühn;

Der hatte wider Deine Macht

Und Weisheit, Friederich!

Der Erde Fürsten aufgebracht,

Gott aber blieb für Dich.

Nun mögen sie bei ihrem Krieg

Verraten im Gesicht:

Der Himmel gebe solchen Sieg

Dem Ungerechten nicht.

Der große Morgen brach hervor,

Und brachte großen Tag.

Den Morgengruß in unser Ohr

Trug mancher Donnerschlag.

Wir aber hörten kaum darauf,

Wir dachten keinen Tod;

Wir stunden ausgeruhet auf

Und kochten Morgenbrod.

Die Feinde kommen, sagte man,

Wir aber blieben still,

Wir sahn sie kommen, nah daran,

Wir aber blieben still!

Denn Friedrich war noch nicht zu sehn,

Bis Moritz sagte: Marsch!

Von allen war er nun zu sehn,

Und alle sagten, Marsch!

Aus unser aller Augen stieg

Ein rechter Freudenstrahl,

Wir wurden alle lauter Sieg,

Und lachten ihrer Zahl.

Wir liefen alle, Mann bei Mann,

Ein jeglicher ein Held!

Als wollten wir, Berg ab Berg an,

Durchlaufen alle Welt.

Was meinte da der dumme Feind?

Er meint: es wäre Flucht;

Spricht sich einander, was er meint;

Schwillt auf von Siegessucht;

Zieht einen großen halben Mond

Um unsre Flucht herum;

Ruft laut: der Hunde nicht geschont!

Wie dumm war er, wie dumm!

Wir liefen auf der Siegesbahn,

Die Friedrich in der Nacht

Geritten war, und nach dem Plan,

Den er allein gemacht…“